Alle Jahre wieder...

CON DER LANGEN SCHATTEN 2025

Alle Jahre wieder … kommt der CON DER LANGEN SCHATTEN … auf die SpielerInnen nieder! Und so fanden wir uns an den Tagen vom 19. bis 23. November 2025 ebenfalls erneut zusammen, um gemeinsam zu zocken, Spielbretter zu malträtieren, zu palavern, allerlei Figürchen zu schubsen, ganz  prächtig herumzuspinnen, uns die Kartenfinger zu brechen, über Regeln zu streiten, bei Turnieren zu duellieren und natürlich, um uns Würfel an den Kopf zu werfen (oder Flüche, falls diese nicht zu unserem Vorteil fallen wollten). Oder wie das alte Sprichwort sagt: „Wo man spielt, da lass dich ruhig nieder … denn nette Menschen spielen immer wieder“; oder so was in der Art – ihr wisst schon, was ich meine. Ich für meinen Teil hatte natürlich im Vorfeld mal wieder so meine Bedenken sowie einige schlaflose Nächte, denn wir erinnern uns, die letzten beiden Cons standen unter einem eher schlechten Stern: Ich sage nur „üble Weihnachtsmarkt-Überraschung“ und „Eiszapfengate“. Aber auch das bekamen wir freilich am Ende irgendwie geregelt. Diesmal sah es jedoch wirklich gut aus, denn meine wiederholten nervigen Nachfragen bei der KjG (den Vermietern des Congebäudes, dem Thomas Morus-Haus in Kammeltal) fielen ebenso wie meine Beschwerden anscheinend auf fruchtbaren Boden, denn alles lief verdächtig rund. Vielleicht zu rund? Dieser Conbericht wird es zeigen …

 

Jedenfalls standen diesmal einige echte Highlights an: Unter anderem die „BIGGEST LUDOTHEK EVAH!“, aber ebenso das „BIGGEST WELCOME PACKAGE EVAH!“ sowie die „MEISTEN SPECIAL GUESTS EVAH!“ Und yes, I spiek sie Inglisch leik se Inglisch piepel spiek. Nicht alles davon sollte am Ende wirklich umgesetzt werden – denn leider gab es die obligatorischen Absagen kurz vor knapp, sowohl bei den Special Guests wie auch bei unseren TeilnehmerInnen, aber nicht einmal das konnte mich so richtig aus der Ruhe bringen. Hatte ich doch relativ kurze Zeit vorher erst noch das viertägige Larp „Grenzlande: Gefährliche Pfade“ irgendwie überlebt und unsere „Ye olde Lions“-Orga damit eine neue Kampagne angestoßen – und das war tatsächlich eine echte Herausforderung gewesen, die mich ordentlich geschlaucht hatte. Warum also bei einer – zumindest im Vergleich dazu – recht entspannten Pen&Paper-Convention das HB-Männchen machen? Nein, ich hatte vor, die ganze Organisation diesmal so locker als möglich anzugehen. Und vielleicht sogar selbst mal was mitzuspielen. Aber klar, dass ausgerechnet erneut Thomas Römer – ein wahrer Rollenspiel-Titan der ersten Stunde – und Carsten Pohl recht kurzfristig nicht kommen konnten, das tat schon ein wenig weh. 

 

Aber the show must go on: Unsere unerschrockene Con-Orga, erneut bestehend aus Christoph, Jean-Paul, Ralf und mir (bisweilen unterstützt durch Alena) rückte gegen Mittag des ersten Contages an, packte drei fast leere Pkw bis zum Anschlag voll, und setzte sich dann als Karawane der Tapferen in Bewegung, um das ganze Material für die Veranstaltung nach Kammeltal zu kutschieren. Dort angekommen setzten wir unsere Queste fort, überwanden todesmutig den eckigen Schlüsselwächter per geheimem Zahlencode, erstürmten die Confestung und begannen sofort damit, alles entsprechend für die fünftägige Veranstaltung herzurichten. Da wollten Roll-ups aufgestellt und Brettspiele für die Ludothek ausgepackt werden, eine ausgiebige Fahrt zum Einkaufen stand an, damit uns niemand verhungern oder verdursten würde, Plakate wollten aufgehängt sowie die Preise für die Tombola ausgestellt werden. Damit nicht genug, galt es – sozusagen als krönenden Abschluss für unsere Convorbereitungen – die Welcome Packages vollzustopfen. 

 

Und ja, es gab diesmal (zumindest soweit ich mich richtig erinnere) das „BIGGEST WELCOME PACKAGE EVAH!“ Und dazu möchte ich jetzt gleich noch ein paar Worte verlieren: Denn es bestand die durchaus reale Gefahr, sich den Arm zu brechen, wenn man den Versuch unternahm, die prall gefüllte Papiertasche hochzuheben. Erst einmal die nackten Zahlen. Das brandneue Material – darunter jede Menge Bücher, die uns sowohl vom Mantikore Verlag, aber auch von Privatpersonen zur Verfügung gestellt worden waren – hätte bei einem regulären Einkauf sage und schreibe über 110,– Euro gekostet. Einfach irre, oder? Somit hatte man quasi den Conbeitrag direkt wieder reingeholt … Noch besser aber, das meiste enthaltene Material ließ jedes Nerd-Herz sofort höher schlagen. Neben einer (fast) aktuellen Ausgabe der „LARPZeit“ gab es Fantasy-Romane wie z. B. die Anthologie „Blutroter Stahl“ (inkl. der ersten „Schnutenbach“-Kurzgeschichte „Im bleichen Licht des Mondes“ mit dem ungleichen Paar Hariman und Eleonore), den Larp-Krimi „Mörderspiel“ und den Band „Arcadia“ mit einer Horror-Geschichte im ewigen Eis. Auch ein echter SF-Klassiker – nämlich „Starship“ von Brian Aldiss – in neuer Übersetzung wanderte ruck-zuck aus dem Weltraum ins Welcome Package. Außerdem stapelten sich allerlei Flyer, Sticker und Lesezeichen in der (zum Glück) robusten Papiertasche, ebenso wie die Schnellstarter von „Otherscape“ und „Subversion“ oder die neuesten Ausgaben der „Spielbox“ und des „Ringboten“. Lesefutter satt also. Diesmal gleich zwei ikonische Con-Buttons sowie eine Handvoll Würfel rundeten den Inhalt ab.

 

 

Erstmals gab es dieses Jahr allerdings kein Rollenspiel-Pamphlet aus meiner Feder, was einfach daran lag, dass ich mich ins aktuelle „Schnutenbach“-Projekt – Schauplatzbeschreibung und Sandbox-Abenteuer „Furcht und Finsternis“ – so komplett verbissen habe, dass es am Ende vermutlich mein „BIGGEST ADVENTURE EVAH!“ wird. Na, immerhin! Wenigstens habe ich ne einigermaßen gute Ausrede parat. Allerdings erhielten die ersten fünf Personen, die sich für die Convention angemeldet hatten, mein komplett überarbeitetes „Das Biest im Waisenwald“-Szenario samt vollständiger Spielregeln für „RABENSCHNABEL“. Ganz so faul war ich dann also in der Zwischenzeit dann doch nicht … Trotzdem: Freut euch schon mal auf „Furcht und Finsternis“, das in den fluchbeladenen, legendenumrankten Knochenhügeln angesiedelt ist – das wird sooo episch. Und da mir Christoph und Jean-Paul selbstlos beim Packen des Welcome Packages halfen (und es im Saal aufgrund nicht ausgefallener Heizung diesmal fast schon mollig warm war), konnte sogar diese obligatorische Aufgabe recht rasch erledigt werden.

 

Somit konnte ich mich danach voll und ganz den zwischenzeitlich eintrudelnden ConbesucherInnen widmen, die voller Tatendrang und berstend vor bester Spiellaune ankamen. Sobald sie ihre Zimmer bezogen hatten, ging es – wie mittlerweile ja üblich – bei den meisten direkt damit los, die ersten Spiele aus der Ludothek zu grabschen und sie auszuprobieren. Ebenfalls wie üblich galt es am ersten Con-Abend jedoch, erst einmal anzukommen, alte Freunde zu begrüßen und dann in aller Seelenruhe loszulegen (ohne irgendwelche unnötige Hektik oder Blick auf die Uhr wegen irgendwelcher stressigen Spiele-Slots oder ähnlichem Quatsch). Hach, was liebe ich doch Übernachtungs-Events! Diesmal hatten wir zudem tatsächlich einige neue Gesichter mit am Start, die sich sofort ohne großes Aufhebens in unsere Spiele-Gemeinschaft einfügten und bei so ziemlich allem mit dabei waren, was in den kommenden, umtriebigen Stunden auf dem CON DER LANGEN SCHATTEN 2025 so ablaufen sollte. So saß u. a. unser „Con-Küken“ Lavinia ehe sie es sich versah als wild um sich ballernde, tollkühne Revolverheldin bei „Zombicide: Undead or Alive“ im sogenannten „Qual-Saal“ bzw. dem Speiseraum mit am Tisch (und verdiente sich dabei ihre Sporen), während es direkt daneben bei einer Runde „Steampunk Rally Fusion“ heiß und dampfig wurde. Da beschlägt wirklich jede Brille!

 

Die üblichen Verdächtigen und „Magic“-Zauberkundigen holten die Karten bzw. Zaubersprüche heraus und gaben es sich bei mehreren „Commander“-Runden heftig, außerdem kämpften sich später noch einige wackere Abenteurer durch das „One Deck Dungeon“. In erster Linie aber stand der erste Conabend ganz im Zeichen des entspannten Eintreffens, zur Ruhe kommens und gemütlichen Wiedersehens mit dem damit verbundenen üblichen Palaver. Nach einem Jahr gab es immerhin so einiges zu erzählen – und das nicht nur aus der kunterbunten Spielewelt. Ich jedenfalls freute mich ganz besonders, dass ich endlich mal wieder Ingrid vor Ort begrüßen durfte, die auf den letzten Veranstaltungen leider nicht anwesend sein konnte. Da fand ich es dann auch gar nicht weiter dramatisch, dass der einzige eigentlich angesetzte Programmpunkt – nämlich Probespielrunden von „Zweikampf der Zauberer“, einem Kartenspiel-Projekt bei dem ich nun schon ewig nicht so richtig vorankomme – aufgrund von angeregten Gesprächen in einer familiär-freundlichen Atmosphäre entfiel. Das holen wir dann einfach auf dem nächsten CON DER LANGEN SCHATTEN nach: Zumal dieser ja schon vom 22. bis 26. April – dann endlich wieder im Frühjahr (so wie in grauer Vorzeit) stattfindet. Das einzige lange Gesicht gab es eigentlich bei Ralf, der sein Exemplar von „Valheim“ erst auf der Veranstaltung auspackte und dabei feststellen musste, dass einige Bestandteile fehlten, aber andere dafür gleich mehrfach vorhanden waren. Zum Glück hatte nicht nur er dieses recht opulente Spiel mit dabei, so dass es dennoch ohne Probleme gezockt werden konnte …

 

Gleich am nächsten Morgen sprangen die SpielerInnen (mehr oder weniger) ausgeschlafen aus ihren kuschligen Betten und begannen damit, die Convention so richtig anzufeuern: Im Speisesaal liefen zum „Aufwärmen“ u. a. „Nova Luna“ sowie „EOS: Island of Angels“, während zeitgleich „Magic“-Sammelordner abgecheckt und Spielregeln erklärt wurden. Gemeinsam mit David machte ich mich indessen daran, das Tagesprogramm zu erstellen und auszuhängen. Denn ab Donnerstag sollte es mit den Programmpunkten ja so richtig losgehen – zumindest war das der gut gemeinte Plan (der in Teilen motiviert umgesetzt wurde). Neben den vielen freien Spielrunden ist uns nämlich schon wichtig, manche interessante Themen unser Hobby betreffend anzuschneiden. Ob es die meistens in Vollzeit spielenden TeilnehmerInnen dann zu diesen Programmpunkten „schaffen“, das steht dann freilich noch einmal auf einem ganz anderen Blatt … Man kann die Leute ja schließlich nicht zu ihrem Glück zwingen.

 

Jedenfalls bot ich zum Start einen der beliebten „Spiele-Schnacks“ an. Das sind meistens lockere Gesprächsrunden, die sich um eine gewisse Spiele-Thematik drehen. In diesem Fall war dies „Alt, aber gut: Deine Lieblingswerke aus frühen Rollenspiel-Tagen“. Und was wir daran gut und vielleicht weniger toll fanden bzw. ob und wie sie uns zum Rollenspiel brachten. Aber bis es um 14.00 Uhr soweit war, liefen natürlich so einige weitere Spielrunden an: Darunter z. B. „Mino Dice“, Willis Klassiker „Slay the Spire“, „Argo“ oder „Doom“. Zwischendurch und mittendrin blieb Zeit für schnelle, witzige Kartenspiele wie „Horrible Therapist“ oder „Unstable Unicorns“. Relativ pünktlich begann dann der angekündigte Programmpunkt, nämlich der Spiele-Schnack über die prägenden ersten Begegnungen mit Regelwerken, Supplements und Abenteuern. In gemütlicher Runde saßen wir beisammen und erzählten von unseren diesbezüglichen Erfahrungen: Wobei vor allem interessant war, zu hören, wie diese in anderen Ländern denn eigentlich so abgelaufen sind. Da waren wir in Deutschland nämlich insgesamt betrachtet erstaunlich gut dran. Ich für meinen Teil berichtete gerne von den ersten „auf gut Glück“-Bestellungen beim legendären „Fantastic Shop“ in den frühen 80er Jahren, die lediglich anhand eines hundsmiserabel kopierten s/w-„Katalogs“ sowie natürlich telefonisch stattfinden konnten (immerhin nicht mehr per Rauchzeichen oder Buschtrommeln). So kam ich zu meinen ersten Begegnungen mit unserem fantastischen Hobby: Nämlich über das „Fighting Fantasy“-Spielbuch „The Forest of Doom“ (mit ikonischer Coverillustration) und mit der deutschen „Schwerter & Dämonen“-Box; bei Letzterer kapierte ich allerdings nicht, wie das eigentlich funktionieren sollte – es machte erst ein wenig später bei den wirklich idiotensicheren „DSA“-Spielregeln so richtig „klick“. Oh, und übrigens fand ich so auch Zugang zu amerikanischen Comics, darunter vor allem die ersten in glorreichem s/w gedruckten Originale von „ElfQuest“, die meine Sicht auf Elfen (und Elben) so nachhaltig beeinflussen sollte, dass es später in „Mächte, Mythen, Moddermonster“ beide als spielbare Völker geben sollte. Jedenfalls machte dieser „Schnack“ so richtig Laune … 

 

Wieder in den anderen Spielräumen angekommen, liefen dort bereits die ersten Rollenspielrunden, bei Andrés „John Sinclair“ ging es schaurig-schön zur Sache und Rudi leitete ein dramatisches „Outgunned Adventures“. Auch „Valheim“ sowie „One Deck Dungeon“ kamen – trotz wirklich üppig ausgestatteter Ludothek – erneut auf den Tisch. Natürlich durften auch diverse „Commander“-Runden unserer Hobby-Zauberer nicht fehlen. Gegen 18.00 Uhr gab es den nächsten Programmpunkt, nämlich wieder einmal ein Soundtrack-Quiz mit gar munter Melodeien verschiedener Filmmusiken aus dem Fantastik-Bereich. Darunter solche Klassiker wie „Krull“, „Starship Troopers“ oder „Labyrinth“, aber natürlich auch Neueres wie „Attack on Titan“ oder „The Witcher“. Das gab voll auf die Ohren! Und am Ende stand Stübi als strahlender Sieger da. Bald darauf sammelten sich dann um 20.00 Uhr alle bisher eingetroffenen TeilnehmerInnen im Saal, denn natürlich wollte sich niemand die offizielle Begrüßung entgehen lassen (oder vermutlich viel eher das pralle Welcome Package, das bei dieser Gelegenheit ebenfalls „unleashed“ werden sollte). Und der Zeitpunkt machte auch richtig Sinn, denn am Donnerstagabend waren jetzt die meisten Gäste bereits angekommen, so dass die Convention richtig losgehen konnte. Jedenfalls salbaderte ich wie üblich ein wenig vor mich hin, gab die Goodies für die ersten Con-Anmeldungen ebenso wie die kleinen Willkommnesgeschenke für die erstmalig teilnehmenden Personen aus, und klärte alle (mal wieder) über die wenigen „Spielregeln“ der Veranstaltung auf. Direkt im Anschluss wurde das Welcome Package entfesselt bzw. ich erläuterte, was alles darin enthalten war, ehe es mir die vor Begeisterung schier tobende Menge förmlich aus den Händen riss. Und das war das!

 

Direkt im Anschluss wurde beim grausligen Live-Szenario „Das Ding aus einer anderen Welt“ ein unheimliches Wesen aus den Weiten des Alls losgelassen, das sich fieserweise in menschlicher Gestalt unter die ConteilnehmerInnen geschlichen hatte. Nun lauerte es darauf, jemanden allein zu überraschen, um diese unglückselige Person dann mit dem markerschütternden Spruch „JETZT ISSES AUS MIT DIR!“ zu übernehmen und somit ein neues „Ding“ zu erschaffen. Dieses spaßige Spielchen kann und soll eigentlich nur nebenbei ablaufen und wurde schon vor Jahrzehnten (mal mehr, mal weniger erfolgreich) auf dem CDLS immer wieder angeboten. Leider ist – wie wir ja mittlerweile von den Infomails her wissen – das Lesen der Spielregeln jedermanns Sache nicht so wirklich, so dass das Live-Szenario gleich anfangs ziemlich aus dem Ruder lief … Aber das Ding gibt natürlich nicht auf! Ich verschlanke also die Regeln, nehme den Alien-Jäger der Einfachheit halber wieder raus, und wir starten in 2026 einen neuen Versuch. DAS IST JA EIN DICKES DING!

 

Der erste volle Contag endete spät in der Nacht mit einigen gemütlichen Spielrunden sowie dem üblichen entspannten Palaver; und zwischendurch kam dann endlich ein(e) Ente angewatschelt und stürzte sich sogleich wild quakend ins Getümmel.

 

Auch der Freitag startete nach einem lecker Frühstück mit allerlei munteren Runden: Darunter das Spiel „Astro Knights“, während Ingrid im Saal mit ihren historisch inspirierten Tänzen bereits um 11.00 Uhr dafür sorgte, dass dieser für den CDLS eher ungewöhnliche Programmpunkt so manch eine(n) interessierte TeilnehmerIn ein klein wenig ins Schwitzen brachte. Andere freuten sich hingegen auf den obligatorisch-massakermäßigen „Kampf der Giganten“, unser traditionelles Turnierspiel, und erwählten sich hier eine mächtig-pächtige Kreatur, um ihren Gegnern das Fürchten zu lehren. Nache einem epischen Ringen konnte schlussendlich Patrick mit der zauberkräftigen Dryade den Sieg erringen, gefolgt von Armin mit dem behaarten Yeti und David mit dem exotischen Lamassu. Entprechend dem äonenalten, ungeschriebenen Gesetz des „Kampf der Giganten“ durfte Patrick am Abend dann den überquellenden Süßigkeiten-Fressteller in Empfang nehmen, der wie immer für große Augen und den unvermeidlichen Zuckerschock sorgen sollte …

 

Die Rollenspiele kamen ebenfalls nicht zu kurz, so wurde u. a. von André eine „Cthulhu“-Runde des nackten kosmischen Grauens geleitet, während andere sich erneut an Rudis „Outgunned Adventures“ erfreuten. Aber auch eine „Warhammer 4th. Edition“-Gruppe fand sich bei Flo als SL zusammen, darunter befand sich als einer der Charaktere der wahrlich unvergleichliche, extraordinäre, heroische sowie blitzgescheite Etzel Rabenaas, der wieder einmal als strahlender Held von dannen ging. Und Florian war mehr als stolz darauf, seine Spielzeit nicht erneut massiv überzogen zu haben … Was aber dummerweise relativ egal war, weil Christophs „HexXen“-Kampagne diesmal leider doch nicht weitergeführt wurde. Es ist doch echt wie verhexXt! Joe begann später eine „Savage Worlds: Rippers“-Runde, bei der ich ebenfalls teilnehmen und mir mit dem hochnäsigen Adligen Gereke von Glutmundt einen echt „schillernden“ Charakter zusammenbasteln durfte. Leider war ich den Großteil des Abenteuers mit Programmpunkten beschäftigt – aber was tut man als enthusiastischer Organisator voll leidenschaftlicher Inbrunst nicht alles für die Convention?

Als schließlich mit Jens Schumacher einer unserer Special Guests samt interaktiver Lesung seiner neuen Reclam-Büchlein eintrudelte, da stand sein Besuch natürlich ganz und gar im Vordergrund. Denn schließlich kann nicht jede Veranstaltung von sich behaupten, dass mit dem in der deutschen Spieleszene schier allgegenwärtigen sowie enorm kreativen Autor solcher Werke wie dem makabren Kartenspiel „Black Stories“, dem „Buch mit dem Fluch“ samt Dämon Snuphuluzius Radiomir Quolph-Batalyx Pherkulek Golchong XVII, diversen Escape-Büchern wie z. B. „Der tätowierte Tote“ oder der Spielbuch-Reihe „Die Welt der 1000


Abenteuer“ (und mit Letzterer als Untertitel des diesmaligen CDLS „lockte“ ich Jens ganz clever zur Veranstaltung) sich die Ehre gab? Was ein großes Glück für uns war, denn sein Vortrag samt Lesung sowie vieler interessanter Anekdoten aus seinem vielfältigen Schreiberdasein machte mal wieder so richtig Laune. Und okay, das eine oder andere Lob in meine Richtung ging natürlich auch runter wie Honig. Im Anschluss war dann noch Zeit für eine kleine, feine Signierstunde sowie diverse Fotos (vor allem von und mit Julia, dem Nr. 1-Fangirl), bevor das (von einigen) sehnsüchtig erwartete, aber ebenso gefürchtete „Nerd-Quiz“ losgehen konnte. 

Gegen 19.00 Uhr füllte sich der Saal (erneut), denn immerhin gab es nicht nur den unvergleichlich ruhmreichen Titel des Super-Nerds bzw. der Super-Nerdine zu erringen, sondern ebenso eine shiny Glastrophäe als begehrten Preis für das heimische Regal abzugreifen. Aber es kann nur Eine(n) geben! Die Spannung stieg binnen kürzester Zeit auf den Siedepunkt: Denn wer würde in diesem Jahr den enorm ruhmreichen Titel erlangen? Gleich bei den ersten erringbaren Punkten orakelte ich als Quizmaster bereits, wer es werden könnte, denn immerhin saß diesmal mit unserem Special Guest Jens erstmals ein manifestiertes Lexikon an geballtem (in diesem speziellen Fall zumeist eher unnützem) Wissen über die Fantastik-Szene mit im Publikum. Dennoch blieb es bis zum Ende spannend und nach 111 von mir handverlesenen Fragen aus den Bereichen Kino, Buch, Comic, (Video-)Spiel und Musik stand es dann fest: Der Mann in Schwarz wurde der stolze Super-Nerd 2025. Herzlichen Glückwunsch! Und weil Jens uns später an diesem Abend leider schon wieder verlassen musste, fand die Übergabe dieses epochalen Preises – in Form einer extrem tollen Glastrophäe mit einem Motiv von David Staege – gleich im Anschluss statt. So was hat nicht jede(r) …

Überhaupt war an diesem Freitag echt extrem viel los im rustikal-gemütlichen Übernachtungshaus mit dem gewissen „Retro-Charme“: Wo man auch hinkam, überall wurde eifrig gespielt. So zum Beispiel „Paper Dungeons“, „Yaxha“, „Welcome to your perfect Home“, nochmal „Doom“ sowie „Valheim“, „Dark Quarter“ und „Boss Monster“. Und klar, es waren auch diesmal wieder Spiele dabei, die ich nicht kannte oder von denen ich gar nichts mitbekommen habe. Kurz und gut, alle hatten allerspätestens jetzt ihren Platz in unserem kunterbunten Spiele-Reigen gefunden; und da die Essensbestellungen diesmal ebenfalls (fast) reibungslos abliefen, stand ununterbrochenen Runden kaum noch etwas im Wege. Okay, außer vielleicht dieses furchtbar lästige Conprogramm. Und ehe ich es noch vergesse: Auch Special Guest Swen Harder (in Begleitung von Melanie) traf im Laufe dieses Tages erfreulicherweise endlich erstmals auf der Convention ein, nachdem er uns im vergangenen Jahr aufgrund einer Krankeit, die er sich kurz zuvor auf der Dreieich-Con zugezogen hatte, leider extrem kurzfristig schnöde im Stich lassen musste. 

 

Mit dem Samstag brach dann leider schon der letzte volle Tag auf dem diesjährigen CON DER LANGEN SCHATTEN an. Ja, die Zeit verfliegt, wenn man sich amüsiert. Gleich nach einem reichhaltigen Frühstück legten wir erneut los, unter anderem bot Ingrid aufgrund des großen Interesses erneut eine sogar noch besser besuchte Tanzstunde zu mittelalterlichen Klängen vom Band an … „we can dance“, sage ich da nur. Außerdem stand ja unser „Magic: The Gathering“-Turnier an, das wir diesmal im Sealed-Format anboten. Sechs Booster der aktuellen Basisedition „Foundation“ standen dabei jedem Teilnehmer zur Verfügung, um ein möglichst schlagkräftiges Karendeck zusammenzustellen. Da die Menge der Spieler wegen der Auslosung der Turnierpaarungen sinnvollerweise eine gerade Anzahl sein sollte, zog ich meinen Teilnahmewunsch kurz vor knapp zurück – was vermutlich besser war, konnte ich mich doch so weit besser um das anstehende Programm sowie allgemein die Convention kümmern. Doch Valk Valkahvaar wird alsbalden zurückkehren und den Möchtegern-Magier Dissir de Vir endgültig in seine Schranken weisen! Jedenfalls wurde kurz darauf fleißig mit Karten bzw. Zaubersprüchen hantiert und das magische Turnier konnte beginnen. Nach wenigen Stunden standen dann die stolzen Erstplatzierten fest: Christoph konnte den obersten Platz auf dem (imaginären) Siegertreppchen ergattern, gefolgt von Jean-Paul und dem bärbeißigen Käpt'n. Da lacht der Wolpertinger!

Währenddessen wurde aber natürlich weiterhin gezockt, so bot Patrick Bock im unteren Gruppenraum eine Runde seines von ihm entwickelten Rollenspiels an, „EOS: Island of Angels“ kam erneut auf den Tisch und „Doomlands“ – das „Deadlands“ Trading Card-Game wurde ebenfalls gezockt. Viele lagen aber anfangs noch lange in den Federn, war es doch am gestrigen Abend etwas spät geworden. Der eher unermüdliche David hielt währenddessen im Saal seinen vom gestrigen Tag verschobenen Vortrag u. a. zu französischen Comics mit einigen besonderen Beispielen ab, darunter „Auf der Suche nach dem Vogel der Zeit“, einem meiner absoluten Lieblingswerke, wenn es um bunte Bilder und dramatische Ereignisse in einer liebevoll erdachten Handlung sowie Hintergrundwelt geht. Ein absoluter Klassiker und wahrer Augenschmaus (wenn auch leider nur nachcoloriert). 

 

Im Laufe dieses Tages kamen dann außerdem unsere Special Guests Tim Struck (bekannt u. a. von seiner Beteiligung an „Degenesis“ und „Opus Anima“ sowie als Herausgeber der deutschen Ausgabe von „Unknown Armies“) sowie Julia Knobloch (Abenteuer-Autorin der „Deutschen Lovecraft Gesellschaft“) an, die sich ebenfalls nicht lange bitten ließen, sondern sofort voller Enthusiasmus in die Veranstaltung einstiegen. Tim kenne ich ja seit Jahr und Tag, sind wir doch immerhin zwei der drei Gründungsmitglieder des „Augsburger SpieleSpieler“ e.V. und uns verbindet daher eine sehr lange gemeinsame Vorgeschichte (nicht nur) in der Augsburger Spieleszene. Umso schöner, dass er es mal wieder möglich machen konnte und an diesem Nachmittag dann gleich einen Programmpunkt beisteuerte, nämlich den Spiele-Schnack „Würfeln für den Widerstand“ zu Rollenspielen und Regelwerken, die den Faschisten den Kampf ansagen (sowie Infos zu ihren leider ebenfalls vertretenen, üblen Gegenparts – denn die lassen sich blöderweise nicht einfach ignorieren). Nicht vergessen: Das „W“ in W4,W6,W8,W10, W12 und W20 steht für Widerstand! Und nachdem Julia erst einmal „Dice Throne“ mitgespielt hatte, ging sie ebenfalls eifrig daran, mit ihren „FHTAGN“-Rollenspielabenteuern „Ultima Ratio“ sowie „Automata“ unseren TeilnehmerInnen das große Fracksausen beizubringen … Und das gelang ihr wie immer ganz außerordentlich gut. Außerdem wurde eine „Gammaslayers“- und die „Cthulhu“-Runde „Der Jahrhundertwinter“ angeboten. Wie üblich alles ohne Gewähr, da ich bestimmt mindestens die Hälfte der ablaufenden Spielesessions gar nicht erst mitbekommen habe. Dafür ist das Congebäude dann eben doch einfach zu verwinkelt.

 

Gleich nach Tims Vortrag stand Swens interaktive Lesung aus „Metal Heroes and the Fate of Rock“ an, bei der Melanie teils mit erquicklichem französischen Akzent einige Sprechrollen übernahm. Auch dieser Programmpunkt war eine feine sowie spaßige Angelegenheit. Und schließlich war es dann soweit: Die große Spiele-Tombola begann, für die ich mal wieder das ganze Jahr über im Schweiße meines Angesichts und unter weinerlichem Flehen, mit wüsten Drohungen und manchmal lautstarkem Gebrüll sowie affigem Brustgetrommel Material gesammelt hatte. Und es war wieder einiges zusammengekommen, aber da sprechen die Fotos in der Bildergalerie ja für sich; dieser Conbericht wird eh schon wieder viel zu lang. Vielen Dank an alle, egal ob Einzelpersonen wie Autor Udo F. Rickert (den ich aus frühesten Fandomtagen kenne), dem umtriebige Aşkın Hayat Doğan, Autorin Faye Hell, Hexenmeister Mario Steinmetz oder der fantastischen Mia Shinda, große und kleine Verlage wie „System Matters“, „elektrospieler“, dem „Samhain Verlag“ oder natürlich dem „VFSF“, Händlern wie „Pegasus“ und die „Spiele-Offensive“: Es ist einfach toll und absolut bemerkenswert, wie ihr unsere kleine, aber feine Veranstaltung immer wieder großzügig unterstützt (auch wenn ich hier jetzt echt nicht alle aufführen kann, die dies tun). Tausend Dank dafür. Und an Ulisses geht in diesem Zusammenhang mein üblicher Gruß: Shame! Shame! Shame!

 

Wie immer moderierte ich die Tombola ein klein wenig, während unsere „Lotto-Fee“ Julia fleißig die Lose zog. Zu einigen der vielen Preise erzählte ich etwas, gab die eine oder andere Anekdote (sofern ich eine kannte) zum Besten und im Anschluss wurden dann die so errungenen Schätze ausgiebig begutachtet und fleißig getauscht, um vielleicht möglichst genau das zu ergattern, was man dummerweise nicht gewonnen hatte. 

 

Eigentlich stand dann zwar noch die große CDLS-ABSCHLUSSPARTÄIE mit dem bezeichnenden Untertitel „Cocktailglanz und Ententanz“ auf dem Programm … aber bitte fragt besser nicht, was genau daraus geworden ist. Denn irgendwie waren alle am letzten Conabend so dermaßen ins Spiel vertieft, dass schlicht und ergreifend nichts daraus geworden ist. Während also die meisten unserer Gäste sich bei diversen Brett-, Karten- und Rollenspielrunden vergnügten, saß ich mit Tim, Andreas und anderen gemütlich beisammen und palaverte gemütlich vor mich hin. Denn zum Glück ist auf dem CON DER LANGEN SCHATTEN auch dafür genügend Zeit, ohne total abgehetzt auf die Uhr zu starren, um das nahende Ende des jeweiligten Zeitslots zu beobachten. Und so ging es leider nun schon rasch auf das Ende der Veranstaltung zu, was den Melancholie-Level fatalerweise maßgeblich erhöhte. 

 

Am nächsten Morgen fiel ich dann irgendwie aus dem Bett, bevor das alljährlich stattfindende „Rennet, rettet, flüchtet“-Spielchen so richtig beginnen konnte, denn schließlich galt es noch die ehrenvolle Preisverleihung abzuhandeln.

Das war dann aber eher eine knackig-kurze Angelegenheit, weil viele unserer TeilnehmerInnen schon im Aufbruchsmodus waren und auch für uns als Orga die leidigen Aufräum- und Putzarbeiten drohend im Hintergrund lauerten. Also husch-husch noch die „KdG“-Medaillen und die Soundtrack-Quiz Glastrophäe verliehen – nächstes Mal machen wir das wohl ebenfalls am Samstagabend nach der Tombola, wenn sowieso alle beieinander sind und es einen passenden Rahmen für die glorreichen Gewinner gibt. Aber es gab an diesem letzten Tag ebenfalls noch einige, die ihre angefangenen Spiele zuende brachten oder sogar die Muße fanden, das eine oder andere


kleine Brett- oder Kartenspiel zu zocken, ehe es dann tatsächlich an den Auszug aus Ägypten … ähm, ich meinte natürlich Kammeltal … ging. Und das war es jetzt auch schon mit diesem Rückblick auf den CON DER LANGEN SCHATTEN 2025. Vielen Dank an alle, die unser fünftägiges, familiäres Spieletreffen erneut zu einem spaßigen, erinnerungswürdigen Event werden ließen. Ohne euch und eure fast rund um die Uhr vorhandene Spielleidenschaft wäre selbst das beste Orga-Team völlig aufgeschmissen! Und zum Glück müssen wir diesmal kein ganzes Jahr darben, ehe es in die nächste Runde geht: Denn der CDLS zieht bekanntlicherweise zurück ins Frühjahr und findet daher ausnahmsweise schon in nur fünf Monaten statt, nämlich vom 22. bis 26. April 2026; dann voraussichtlich ein letztes Mal im Thomas Morus-Haus in Kammeltal. Sei also kein(e) SpielverderberIn und melde dich an – denn nur wer mit dabei ist, kann beim CDLS (verrückt) spielen.