Ein Abschied und ein Neuanfang

CON DER LANGEN SCHATTEN 2026

 Mit einem weinenden und einem lachenden Auge trafen wir uns vom 21. bis 25. April 2026 erneut im urig-abgerockten Thomas Morus-Haus in Kammeltal bei Ettenbeuren, um beim CON DER LANGEN SCHATTEN mit zahllosen Spielrunden tradtionell die Nacht zum Tage zu machen. Mit einem lachenden Auge deswegen, weil die Veranstaltung zum ersten Mal schon nach einer erstaunlich kurzen Wartezeit stattfand, nämlich bereits fünf Monate nach ihrem letzten Termin Ende November 2025. Aber ebenfalls, weil – getreu dem diesmaligen Motto „This Con is coming home“ – unser fünftägiger Spiele-Marathon endlich wieder sozusagen an seinen angestammten Platz zurückkehrte. Ins Frühjahr, wenn die Bäume ausschlagen, die Bienen summen und in all den wunderbaren SpielerInnen die grenzenlose Lust erwacht. Also … die Lust darauf, mal wieder so richtig zu zocken! Und das womöglich rund um die Uhr, denn im Übernachtungshaus in Kammeltal ist dies ja tatsächlich problemlos möglich. Eindeutig ein gewaltiger Vorteil gegenüber „herkömmlichen“ Tages-Events, bei denen man durchaus gerne mal unter Zeitdruck gerät. Einfach spielen, spielen, spielen – und dann rechtschaffen müde ins nahe Bettchen plumpsen. Es war also keine örtliche Heimkehr, sondern eine zeitliche. Und fast wäre es eine Kat(z)astrophe geworden. Dazu später (nicht) mehr.

Und warum dann das weinende Auge? Na, ist doch klar: Weil wir uns mit großer Wahrscheinlichkeit das letzte Mal im geräumigen Thomas Morus-Haus zusammenfanden, um dort gemeinsam unser geliebtes Hobby zu zelebrieren. Denn ab 2027 treffen wir uns nach langer Zeit wieder im herrlichen Nördlinger Ries, und dort im modernen, architektonisch beeindruckenden Jugendübernachtungshaus Veitsweiler; die Hardcore-ConbesucherInnen wissen natürlich noch, dass dort die ersten beiden CON DER LANGEN SCHATTEN stattfanden. Ist das nicht toll? So schließt sich der Kreis.

Allerdings hatte die Sache – trotz der großen Begeisterung, dass wir schon so bald wieder gemeinsam spielen konnten – natürlich auch einen kleinen Haken. Denn einige Bestandteile des heißgeliebten (oder heißgehassten – your choice) Conprogramms mussten aufgrund dessen ausfallen oder zumindest reduziert werden. So fiel unter anderem die Spiele-Tombola etwas kleiner aus und das legendär-chaotische NERD-Quiz sowie das Soundtrack-Quiz zu Filmen aus den Bereichen Fantasy, Horror und Science Fiction konnten aufgrund der Kürze der Zeit zwischen den Events nicht rechtzeitig umgesetzt werden. Denn ja, auch das kostet Zeit und ein klein wenig Aufwand (sowie manchmal Nerven). Aber verzaget nicht, ihr (ehemaligen) Prinzessinnen von Ettenbeuren, ihr Könige von Kammeltal: Denn schon im kommenden Jahr kehren diese Programmpunkte natürlich zurück. Noch besser, spannender und epochaler denn jemals zuvor. Immerhin freuten sich meine Mit-Organisatoren Christoph, Jean-Paul und Ralf darüber, dass sie diesmal nicht ganz so viele Boxen und Taschen mit Conmaterial schleppen mussten ...

Da nun die „Vorgeschichte“ des CDLS 2026 mehr oder weniger abgehandelt ist, kann es mit dem Conbericht so richtig losgehen. Gleich anfangs möchte ich darauf hinweisen, dass ich ernsthaft versuchen werde, mich kurz zu fassen. Wie die alljährlichen Infomails vor der Veranstaltung nämlich zeigen, sind die allermeisten ConbesucherInnen ja ohnehin ganz schön lesefaul. Dies ist zwar durchaus (immer wieder) verdrießlich, aber dann versuche ich mich eben, zumindest ansatzweise, danach zu richten. Wenig zu schreiben wird allerdings schwer, denn es war viel los. Sehr viel! Aber first things first.

So kam es also, dass nach langer Zeit das alte Gedicht endlich wieder zutraf: „Frühling lässt seinen blauen Würfel … wieder klappern auf den Tischen“ (oder so ähnlich). Welcher Zocker kennt es nicht? Nachdem wir also am Mittwoch angetuckert waren und erst einmal alles ausgeladen hatten, ging es daran, das Gebäude für die Veranstaltung vorzubereiten sowie die letzten Einkäufe zu erledigen. Dabei stellte sich dann heraus, dass ich gut daran tue, die ewig gleichen Ansagen gebetsmühlenartig zu wiederholen, wenn ich möchte, dass alles einigermaßen glatt läuft. Da ich deswegen aber immer wieder gerügt werde, habe ich diesmal dummerweise weitestgehend darauf verzichtet: Und schon waren einige der (einigermaßen teuren) Roll-ups hinterher – ich sag's mal so – nicht mehr in „ganz optimalem Zustand“. Also merkt euch: Wenn ich jedes Mal wieder ausführlich erkläre, wie etwas gemacht werden soll, dann ist das keine Schikane, sondern soll verhindern, dass genau solche Dinge passieren. Aber davon mal abgesehen (und es war ja schließlich mein Fehler, weil ich diesmal eben nicht alles haarklein und mega-pedantisch erklärt hatte) lief zum Glück alles andere – darunter das Aufhängen der Hauspläne sowie Poster, Einräumen der Futteralien fürs Frühstück, Tische schleppen, Stühle rücken, Herrichten von Tombola, (Mini-)Welcome-Package, üppiger Ludothek und Bring & Buy usw. – gewohnt reibungslos und es dauerte anschließend nicht lange, da kamen die ersten enthusiastischen SpielerInnen an. Günther sorgte später zusätzlich mit seinem mitgebrachten Equipment erneut dafür, dass die Veranstaltung bis in die hinterste Ecke stimmungsvoll-farbenfroh ausgeleuchtet wurde. 

Wie immer war der erste (halbe) Contag zum „Ankommen“ gedacht, so dass es zumindest noch kein offizielles Conprogramm gab und daher alle selbst schauen konnten, wie schnell sie sich ins Spiele-Getümmel stürzen wollten. Dafür stand auch diesmal eine gut ausgestattete Ludothek bereit, ebenso wie die mitgebrachten Lieblingsspiele der TeilnehmerInnen, so dass die Auswahl echt nichts zu wünschen übrig ließ. Nachdem die Zimmer bezogen waren – eine Aufgabe, die „Kammerherr“ Jean-Paul gewohnt souverän meisterte – landeten dann bereits die ersten ausgefüllten Rollenspielrunden-Aushänge an der improvisierten Pinwand im Speiseraum bzw. der „Jammer-Kammer“. Unsere Gruppenzimmer tragen ja allesamt Namen wie „Wimmer-Zimmer“ oder „Traum-Raum“ aus dem alten „Spukschloss“-Brettspiel von MB, das ich als Kind so geliebt habe. Diese Hommage habe ich mir ganz frech erlaubt. Sogar unser erster – danach fast die gesamte Condauer über anwesender – Tagesgast trudelte am Mittwoch schon ein; nämlich der u. a. auf der „Cat-Con“ sehr aktive, von uns so benannte „van Dammned“. Fragt bitte nicht!

Und dann ging es auch schon los: Neben dem üblichen großen Hallo, vielen Begrüßungen und erstem Palaver um unser Hobby (neben anderen Themen) wurden die ersten Spiele ausgepackt und die CON DER LANGEN SCHATTEN 2026 konnte „richtig“ beginnen. Leider hatten auch in diesem Jahr einige Gäste kurzfristig absagen müssen: Darunter der olle Seebär Käpt'n sowie Martin und Julia, was (nicht nur) ich freilich ganz besonders schade fand. Diesmal keine „Schmusefotos“. Also mit Julia … nicht mit dem Käpt'n! Dennoch war das Haus absolut rappelvoll und alle Bettenplätze ab Freitag belegt, was wiederum überaus erfreulich war. Von wegen also „der Conname ist verbrannt“ (Zitat) – was für ein gequirlter Bullshit. Wie dem auch sei, rauchende Colts wiesen den Weg zu „Zombicide: Undead or Alive“ aus der Ludothek, das den Conabend gleich richtig spannend und mit einem wahren Bleigewitter einläutete. Dabei waren die Zombies „as welcome as a rattlesnake at a square dance.“ Im oberen Gruppenraum wurde es derweil mächtig magisch, weil sich dort einige wagemutige Magier bei „Wiz War“ zusammenfanden, um sich nach dem Tod ihres Gildenmeisters in einem Labyrinth Zaubersprüche um die Ohren zu hauen, weil sie damit – alten Taditionen entsprechend – der größtmöglichen Ehrung ihrer Akademie zuteil werden konnten. Da qualmt der spitze Zauberhut! Dieses Spiel gibt es übrigens schon über 20 Jahre, aber natürlich haben wir die aktuelle Version in der Ludothek. Richtig zappenduster wurde es bei „Finstere Flure“, bei dem die Spielerinnen aus der Festung des Fürsten Fieso entkommen müssen, was ihnen von dessen Schoßtierchen – dem Monster Furunkulus – deutlich erschwert wird. Besonders interessant ist hierbei die grafische Aufmachung, die sich selbst nie allzu bierernst nimmt. Ebenfalls gezockt wurde „Cyberpunk 2077“, wobei die gecyberten Punks sich kooperativ durch die neonglänzenden, dreckigen Straßen von Night City kämpfen müssen, um ihr Ziel zu erreichen. Oder eben auch nicht. Benni – der zum ersten Mal seit Jahren wieder auf der CDLS mit dabei war – startete an diesem Abend außerdem seine erste „Warhammer 40.000“-Rollenspielsession (vermutlich „Imperium Maledictum“, aber das habe ich nicht wirklich mitbekommen), bei der es sich allerdings nur um die erste Runde von vielen handeln sollte. Denn Imperator Benni ist nun einmal eine echte „Gamemaster-Machine“. Immerhin konnte er aber auch selbst als Spieler an einigen RPG-Sessions teilnehmen. Niemals vergessen: „In the grim darkness of the far future, there is only Benni!“ Ente und Stübi indessen nutzten außerdem nachmittags gleich das tolle, sonnige Wetter, um hinter dem Conhaus zu grillen.

Desweiteren konnten die die bislang eingetroffenen ConteilnehmerInnen (die meisten sollten jedoch erst ab Donnerstag anreisen) beim „Arkham Horror“ LCG versuchen, sich den Großen Alten in den Weg zu stellen oder als knuffige Monster beim mittlerweile zum Con-Dauerbrenner avancierten „Keep the Heroes out!“ lästige Möchtegern-Helden daran hindern, in ihren heißgeliebten Dungeon einzudringen und dort die hart erkämpften Schätze zu mopsen. Ich selbst nahm meine Mitveranstalter Christoph und Jean-Paul damit in Beschlag, meine „Magic: The Gathering“ Commander-Decks zu optimieren bzw. ein weiteres zu erstellen. Immer nur dabei zuschauen, wie sie sich auf der Convention die Zaubersprüche um die Ohren hauen, das ist eines mächtigen Valk Valkhavaar (denn sehet, er ist zurückgekehrt!) wahrlich unwürdig. Dabei ging es an diesem Abend aber zunächst mal „nur“ um mein schwarz-weißes Engel- & Vampir-Deck mit dem coolen Commander-Couple Drana und Linvala. Allzu viel gebracht hat es zwar nicht, beim obligatorischen Spiel konnte ich aber immerhin „mitspielen“ und blamierte mich nicht sofort bis auf die Knochen. Dies passierte dann aber sowieso an einem der späteren Tage, denn während der ersten stattfindenden „Commander“-Runden an diesem Abend setzte ich sicherheitshalber noch aus. Immerhin stellten wir fest, dass sich unter meinen für die Spieldecks vorab ausgewählten Karten eine befand, die laut Preisliste um die 500,- Euro wert sein soll. Wow! Na, das war im Endeffekt dann also doch ein voller Erfolg, würde ich mal behaupten. Zwar nicht gerade der „Black Lotus“, aber besser als nichts und zu schade, um in meinem Tauschordner zu versauern. 

Jedenfalls war auf der CON DER LANGEN SCHATTEN in 2026 vom ersten Tag an (natürlich auch aufgrund des voll belegten Gebäudes und den damit anwesenden vielen TeilnehmerInnen) extrem viel geboten, so dass ich mit Sicherheit wieder einige Aktivitäten nicht mitbekommen habe. Auch deswegen, weil ich mich diesmal erdreistet habe, ganz unverfroren selbst einige Runden mitzumachen und dadurch quasi zeitweise „außer Gefecht“ gewesen bin. Ich werde mich darob in grobes, uringetränktes Sackleinen hüllen und mein blankes Haupt mit Asche bestreuen! Vielleicht … Man möge es mir also verzeihen, sofern ich die eine oder andere Spielrunde in diesem Conbericht schlicht und ergreifend vergessen habe.

Nachdem die Veranstaltung am Mittwoch schön entspannt und dennoch voller Spielspaß gestartet war (samt der allabendlichen Ralfschen Essensbestellung beim Lieferdienst, so dass nun wirklich niemand am Hungertuch nagen musste), ging es am Donnerstagmorgen nach einem stärkenden Frühstück mit nem dicken Pott Kaffee (sowie den alljährlichen obligatorischen Erklärungen, warum man diesen eben nicht bis zum Rand des Filters reinschüttet) direkt munter weiter. Und die frühlingshaften Sonnenstrahlen, die keck durch die Fenster schielten, weckten dabei so richtig die Lebensgeister sowie die Spielemotivation! Es war absolut korrekt, das Event endlich zurück ins Frühjahr zu verlegen. Und das soll jetzt auch so bleiben, denn gutes Wetter bedeutet offensichtlich ja auch gut gelaunte SpielerInnen. Die Sonne blieb uns den ganzen Tag über erhalten, was u. a. dazu führte, dass Stefan seine „S.n.a.p.“-Runde (die Abkürzung steht für „Science, Nature and Personalities“, ein von ihm selbst entwickeltes Rollenspiel) gut gelaunt draußen im Freien leitete. Somit wurde der praktische Unterstand hinter dem Gebäude das erste Mal ordentlich genutzt, was natürlich auf den früheren Conventions im November eher nicht der Fall war (*bibber). Entsprechend wurde diese Möglichkeit über die gesamte Zeit recht fleißig angenommen. Stefan erinnerte am Ende des Tages jedenfalls aufgrund der heftigen Sonnenbestrahlung doch irgendwie an Two-Face, denn eine Seite seiner Gesichts war ordentlich verbrutzelt.

An diesem Tag begann zudem das offizielle Conprogramm mit einem unserer famosen „Spiele-Schnacks“: Das Thema diesmal war „The Best and Worst of Roleplaying Games“; also all das, was uns am Hobby wirklich gut gefällt (und uns vielleicht überhaupt erst dafür begeistert hat), aber eben außerdem ebenso jene Dinge, die uns ziemlich abtörnen. Es wurde eine schöne, lockere Gesprächsrunde im kleinen Kreis, bei dem die eine oder andere interessante Anekdote zur Sprache kam. Ab diesem Tag gab es zudem wieder unsere Programmaushänge, die liebevoll von David gezeichnet und von Judith nachkoloriert wurden. So konnte jeder sehen, wann was stattfand (selbst wenn unser Programm diesmal ebenfalls ein klein wenig ausgedünnt war). Höchst offiziell ging es jedenfalls spätestens am Abend zu, als ich vor versammelter Mannschaft die übliche Begrüßungsansprache hielt, bei der (mehr oder weniger) wichtige Themen erwähnt und Infos – vor allem für BesucherInnen, die erstmals mit dabei sind – ausgegeben werden. Direkt im Anschluss wurde dann das ausnahmsweise sehr überschaubare Welcome-Package verteilt, diesmal bestehend aus einer exklusiv für die CDLS gestalteten, gedruckten Sammelmappe für Spielcharaktere, dem traditionell-coolen Conbutton, einer fast aktuellen Ausgabe der LARPZeit (besten Dank hierfür an den „Zauberfeder“-Verlag), dem exklusiv für das Event gedruckten „RABENSCHNABEL“-Abenteuer „Der Tyrann von Bitterwasser“, sowie einer von unserem Homepage-Admin Luis gestifteten, zum Thema unseres Hobbys passenden Postkarte. Klar, das kam nicht mal ansatzweise an das gefühlt tonnenschwere Welcome-Package vom November 2025 heran, aber wie ich damals schon ausdrücklich betont hatte … gewöhnt euch nicht daran. Zumal unsere Transportmöglichkeiten ab 2027 noch einmal deutlich geringer sein werden und wir daher leider definitiv insgesamt nicht mehr so viel Material mitnehmen können. Aber das alles wird selbstverständlich im Laufe des Jahres über den Mail-Newsletter noch ausführlich kommunizert. Sammelmappe und Con-Button kamen jedenfalls sehr gut an – zumindest sind dies außergewöhnliche Dinge, die ja nun wirklich nicht jede Veranstaltung zu bieten hat. Und somit eine bleibende Erinnerung an gemeinsam verspielte Stunden auf unserer CON DER LANGEN SCHATTEN darstellen.

Nur kurze Zeit danach setzten wir uns dann zusammen, um über mein (seit Jahren in der Entwicklungshölle feststeckenden) Kartenspiel „Zweikampf der Zauberer“ mit den ikonischen Illustrationen der Fandom-ZeichnerInnenlegende Katja zu palavern, die bisherigen Regeln durchzukauen sowie über Möglichkeiten zu sprechen, es endlich irgendwie sinnvoll fertigzustellen. Vor allem Jean-Paul hat mir bei diesem Gespräch einige wertvolle Hinweise und Tipps gegeben und jetzt habe ich deswegen wieder ein wenig mehr Hoffnung, dass dieses Kartenspiel vielleicht doch irgendwann mal fertig wird und wir es als weiteres regelmäßiges Turnier (neben dem „Kampf der Giganten“) auf der CDLS anbieten können. Aber ich greife vor, denn schließlich fand das alles erst am späteren Abend statt.

 

Den ganzen Tag über (und bis weit in die Nacht hinein) liefen am Donnerstag jede Menge Runden. Jean-Paul erklärte mir endlich geduldig, wie „Dice Throne“ funktioniert – und es stellte sich heraus, dass es tatsächlich ein großartiges, immens abwechslungsreiches Spiel ist –, was nicht zuletzt dazu führte, dass wir es über die Condauer begeistert noch mehrmals zockten und dabei die verschiedenen vorhandenen Charaktere austesteten. Für mich persönlich war es dadurch jedenfalls DAS Spiel dieser CDLS und ent„thronte“ somit die letztjährig zumeist gespielten Favouriten wie „Keep the Heroes out“, „Barbarians“ oder „Slay the Spire“. Wobei diese freilich immer einen festen Platz in unseren Herzen (und der Ludothek) haben werden … Außerdem „durften“ Christoph und Jean-Paul sich mit nur geringer Motivationshilfe an meinem neuen, grün-weißen „Magic“-Commander-Deck austoben, das dann tatsächlich noch spielfertig wurde. „Elfen helfen“, sage ich da nur. Eifriger Kartentausch war ebenfalls angesagt – eine schöne Tradition aus den Anfangstagen dieses Trading Card-Klassikers. Und irgendwoher muss das „Trading“ ja schließlich herkommen, oder? 

Derweil liefen den ganzen Tag über u. a. im Speiseraum viele weitere Runden: Darunter ein „Zombicide“-Ableger, der ganz ohne gefühlt drölfzigtausend (tolle) Plastikfiguren auskam, „Roll Player“ kam erneut auf den Tisch, und das bereits erwähnte Kartenspiel der muskelstarrenden, schweißglänzenden „Barbarians“ durfte ebenfalls nicht fehlen: „To crush your enemies, to see them driven before you, and to hear the lamentations of their women.“ Das neu in der CDLS-Ludothek eingetroffene „Endless Winter“ (samt Erweiterung) brachte die SpielerInnen zum Frösteln und „Arkham Horror“ zum genussvollen Gruseln. IÄ! Irgendwo spielte außerdem jemand „DragonQuest“. Zum Drachen und seiner Queste kann ich jedoch leider nichts weiter berichten. Gegrillt wurde draußen bei dem nach wie vor schönen Wetter wohl ebenfalls irgendwann.

Einige Rollenspielsessions durften am Donnerstag selbstverständlich nicht fehlen: Christoph schickte seine MitspielerInnen mitleidlos in die dunkle Welt von „HeXXen 1733“, in deren alternativen Realität der Welt des 18. Jahrhunderts unsägliche Kreaturen wie Dämonen, Werwölfe und Vampire den Menschen nach dem Leben trachten, während hinter den Kulissen Hexen und Schwarzmagier ihre üblen Rituale abhalten. Da braucht es Nerven wie Drahtseile. „Everyone is John“ wurde von Flo geleitet; bei diesem ungewöhnlichen Rollenspiel ist jede(r) TeilnehmerIn eine Stimme im Kopf des titelgebenden John, einem verrückten Typen ohne eigene Identität. Und jede dieser Stimmen versucht, ihre eigenen Ziele zu erreichen. Ich habe nicht viel davon mitbekommen, aber es schien ziemlich kurzweilig, witzig sowie nicht zuletzt recht bizarr gewesen zu sein. In einem Universum weit, weit entfernt leitete Ente seine „Star Wars“-Rollenspielkampagne weiter und – wie könnte es anders sein – Benni heizte seinen MitspielerInnen auch an diesem Tag weiterhin im grimmen Universum von „Imperium Maledictum“ ein, wo diese inmitten von Intrigen, Verschwörungen und knackigen Kämpfen ums nackte Überleben ringen mussten. Und damit nicht genug, setzte ich diesmal endlich meinen guten Vorsatz um und begann schon am zweiten Conabend mit meiner angekündigten „RABENSCHNABEL“-Runde, wozu wir uns zu fünft in die kleine obere Küche zwängten. Das sorgte zwar für eine eher unfreiwillig kuschlige Atmosphäre, aber alle anderen Räumlichkeiten waren eben schon belegt. Da muss man sogar als Converanstalter einfach mal zurückstecken. Hauptsache, die Bude ist voll bis unters Dach mit Leuten, die ihrem Hobby frönen! Die Enge in der Küche war am Ende gar nicht weiter dramatisch, entwickelte das überarbeitete, mit „RABENSCHNABEL“-Regeln gründlich erweiterte Abenteuer „Der Tyrann von Bitterwasser“ doch einen geradezu hypnotischen Sog, der meine tapferen MitspielerInnen direkt in die Welt von Schnutenbach katapultierte. Hier kamen dann außerdem meine eigens mitgebrachten Ambiente-Laternen ins Spiel, die während des späteren Abends zusätzlich für eine angemessene Stimmung sorgten. Aufgrund der schier überwältigenden Müdigkeit einiger erst an diesem Tag angereisten Gäste pausierten wir die Spielrunde dann allerdings zu später Stunde … mit der festen Vereinbarung, am Freitag nach dem Frühstück weiterzumachen. Mit einigen gemütlichen Gesprächen und dem einen oder anderen Metbier endete dann für mich der erste volle Contag.

Gesagt, getan: Der Freitag begann erneut mit kecken Sonnenstrahlen, die viele unverfroren früh aus dem Schlaf kitzelten, und ich rappelte mich aus den Federn, um mein Versprechen vom Vortag einzuhalten. Aber genügend Zeit für ein ordentliches Frühstück und vor allem nen großen Humpen Kaffe blieb zum Glück dennoch. Außerdem komme ich als notorischer Langschläfer bei schönem Wetter offensichtlich wirklich sehr viel besser (und vor allem besser gelaunt) aus dem Bett. Während sich Christoph und Jean-Paul schon eine erste Partie „Dice Throne“ gönnten, brachte meine Gruppe das Abenteuer zu einem (hoffentlich) spannenden Ende. Überhaupt ging es ab diesem Tag Schlag auf Schlag und die CON DER LANGEN SCHATTEN lief zu echter Hochform auf: Auf dem Programm stand bereits ab 11.00 Uhr die „Kampf der Giganten“-Weltmeisterschaft, für die sich alle TurnierteilnehmerInnen ihr jeweiliges Fabelwesen aus allen Mythen und Legenden der ganzen Welt auswählen durften. Und diesmal sogar mit vier brandneuen Giganten mehr! Denn entgegen meiner früheren Ansage, mit 77 Kreaturen wäre endgültig Schluss, konnte ich mich einfach nicht zurückhalten und habe daher mal eben so aus dem Handgelenk u. a. den Fachan, den Hodag, das Nuckelavee, das Bonnacon sowie den Puka mit dazu gedübelt. Wie immer mit ihren ganz eigenen Stärken, Schwächen und Fähigkeiten. Und schon alsbald danach begann das wilde Gemetzel, für dessen erfolgreiches Überleben die drei Erstplatzierten shiny Medaillen erhalten sollten und der triumphale erste Platz zusätzlich den lecker-schokoladigen Süßigkeiten-Fressteller zur sinnvollen Verwendung in die Hand gedrückt bekam. Außerdem begann ich am Freitag damit, die Lose für unsere Spiele-Tombola zu verkaufen. Es waren dann ja kurzfristig doch wieder mehr Preise zusammengekommen, als gedacht (wie üblich gilt mein Dank den großzügigen Unterstützern), und so gingen die Lose weg wie warme Semmeln.

Außerdem kamen am Freitag die letzten TeilnehmerInnen an, darunter Petra die „Spielefüchsin“,  1. Vorsitzende vom „Spielecafé der Generationen – Jung und Alt spielt e. V.“ und damit sozusagen ein echter Promi in unserer bescheidenen Hütte. Siehe hier: www.jungundaltspielt.de. Mit ihr kam jede Menge frisches Blut für die Veranstaltung in Form ihrer und der Kinder ihres Lebensgefährten an. Da rappelte es im Karton! Besonders schön war natürlich, dass die Kids sich super ins Congetümmel einfügten und so ziemlich für jede Spiele-Aktion zu begeistern waren. Aber ich schätze mal, sie sind das aufgrund der ehrenamtlichen Tätigkeit ihrer Mutter einfach längst bestens gewohnt. Am späteren Abend beehrte uns dann außerdem noch Robert, der extra angereist war, um uns über die aktuellen Neuigkeiten seiner Rollenspiel-Eigenentwicklung „XYVER“ zu berichten, was aber leider aufgrund der Tatsache, dass wirklich fast alle TeilnehmerInnen sich zu diesem Zeitpunkt gerade in festen Spielrunden befanden, nicht so wirklich stattfinden sollte. Immerhin konnten David und er sich im Laufe des weiteren Abends in Ruhe auf professioneller Ebene austauschen (und haben dabei bestimmt hochfliegende Pläne geschmiedet). Aufgeschoben ist nicht aufgehoben und wer Robert kennt, der weiß ja, dass uns mit seinem Rollenspiel bestimmt ein echter Brecher erwartet. Es muss nur endlich einmal fertig werden … Also drückt die Daumen, dass er seinen inneren Schweinehu- … ähm … Pefektionisten irgendwann überwindet und das Ding rausbringt. Dann wäre ich sicher einer der ersten begeisterten Käufer.

Doch ich habe schon wieder vorgegriffen, daher nun zurück zum eigentlichen Contag. In dessen Verlauf kamen einige weitere Spiele zum Einsatz, darunter das opulente „Terrorscape“, bei dem sich die SpielerInnen während eines Unwetters in einer viktorianischen Villa wiederfinden, wo sie mittels hidden movement-Aktionen vor einem mordlüsternen Killer flüchten müssen; Ralf brachte „Eldritch Horror“ auf die Tischplatte, die sich dadurch zum Tummelplatz der Großen Alten, Äußeren Götter und anderer blasphemischer Schrecken verwandelte, die durch Portale in unsere Welt strömten und natürlich aufgehalten werden mussten. Erneut aus der Ludothek hervorgekramt wurde zwischendurch „Endless Winter“ sowie „Wiz War“, und beim Grusel-Klassiker „Betrayal at House on the Hill“ galt es, zunächst gemeinsam ein Spukhaus zu erforschen, bevor sich dann eine(r) der MitspielerInnen als fieser Verräter entpuppt, den es – neben den anderen hier lauernden Gefahren – schlussendlich zu bezwingen gilt. Stefan legte mit einer weiteren Rollenspielrunde nach und leitete diesmal im kühlenden Schatten des Unterstands hinter dem Congebäude eine „Gammaslayers“-Runde, Flo entführte unerschrockene Helden in die grimme Welt des „Warhammer Fantasy RPG“, Felix machte den Spielleiter für „Quassamapoddy“, seine Rollenspiel-Eigenentwicklung (diesmal habe ich nicht vergessen, es zu erwähnen), und André leitete ein schauerliches „John Sinclair“. Für „Jagged Alliance“ das sich aus der Videospiel-Reihe entwickelt hat und dieser in nichts nachsteht, die Kartenspiele „Mandragora“ mit Zauberbüchern, Spruchingredienzien und nicht wenigen Flüchen, sowie „Compile“, wo man in die Rolle rivalisierender künstlicher Intelligenzen schlüpft, blieb ebenfalls noch ausreichend Zeit. Sowie die ganzen anderen Spiele, von denen ich aufgrund der vielen Spielräume im doch recht verwinkelten Gebäude sicher gar nichts mitbekommen habe. Wie gesagt … das sind eben die Vorteile einer mehrtägigen Übernachtungs-Convention. Da geht so einiges.

Freilich gab es auch am Freitag offizielles Conprogramm: So konnte ein zweiter „Spiele-Schnack“ mit dem Thema „B.A.D.D. to the bone“ einige Gäste interessieren, die sozusagen gerade Freizeit hatten. Bei dieser lockeren Gesprächsrunde ging es um die Vereinigung „Bothered About Dungeons and Dragons“, die in den USA der 80er Jahre von der Aktivistin Patricia Pulling gegründet worden war, nachdem sich ihr Sohn das Leben genommen hatte. Sie machte den angeblich schlechten Einfluss des Rollenspiels dafür verantwortlich und versuchte in den folgenden Jahren so ziemlich alles, um das Hobby nicht nur offiziell regulieren zu lassen, sondern es wo nur immer möglich (teils mit erfundenen „Fakten“) zu verunglimpfen. Sogar bis nach Deutschland waren die Auswirkungen dieser fanatischen Aktivitäten (Pulling machte z. B. keinen großen Unterschied zwischen RollenspielerInnen und Satanisten) zu spüren, die erst nach der Veröffentlichung des ausführlich recherchierten Berichts „Game Hysteria and the Truth“ von Autor Michael A. Stackpole ein Ende fanden. In 1991 wurde offiziell bekanntgegeben, dass es offensichtlich keinen irgendwie nachweisbaren Zusammenhang zwischen Fantasyspielen und Selbstmorden gab. Dieser „Spiele-Schnack“ hätte sicher noch ein paar GesprächspartnerInnen mehr vertragen – denn das echt spannende Thema ist vielen sicher überhaupt nicht gegenwärtig – aber auch im kleinen Kreis kam es zu interessantem Meinungsaustausch, vermengt mit persönlichen, nicht sonderlich angenehmen Erlebnissen. 

Am späteren Abend dann war es aber endlich soweit: Dank Mathias' freundlicherweise zur Verfügung gestelltem Beamer (und dem Lautsprecher von Benni) durften wir im großen Gruppenraum (oder „Qual Saal“) den Larp-Fanfilm „Azukas Reise“ der immens kreativen Cosplayerin sowie Larperin (neben u. a. Model, Schauspielerin, Künstlerin und und und ...) Mia bewundern! Und wahrlich lange hatten wir darauf warten müssen. Denn das ambitionierte no budget-Projekt von Fans für Fans litt geraume Zeit unter den Launen einiger weniger Personen, die zugesagt hatten, zu helfen, dann aber offensichtlich doch „Besseres“ zu tun hatten. Man kennt das ja. Zunächst wollte der Laptop nicht mitspielen und ich befürchtete schon, dass die Conpremiere erneut ins Wasser fällt, aber dank Mathias' beherztem Eingreifen klappte dann doch noch alles wie am Schnürchen. Viele bekannte Gesichter aus der Larp-Szene durften sich endlich passend in Szene setzen und der Streifen hat uns ca. 45 Minuten echt gut unterhalten. Nur schade, dass er ein offenes Ende hat – aber das ist vermutlich den bereits erwähnten Problemen geschuldet. Ganz im Vordergrund des Films stand der kleine, ganz große Gnoll namens Azuka, Tochter des Razaya, und „neues Oberhaupt von südliches Clan der Steppenlande“ (wie sie bei jeder Gelegenheit voller Inbrunst mitzuteilen pflegte). Jedenfalls erstaunlich und erfreulich, dass Mia die Power hatte, das Projekt durchzuziehen. Mehr noch, sie rockte die Rolle. Respekt! Ich hoffe ja nach wie vor, sie wieder einmal als Special Guest für die CDLS gewinnen zu können. Denn sie hat immer so viel von ihren turbulenten Freizeitaktivitäten zu erzählen. Also drückt mir feste die Daumen. Es war auf jeden Fall toll, dass wir den Film schon so kurz nach seiner offiziellen Premiere zeigen konnten. Auf youtube ist er hier zu finden:

Bereits – zumindest für meine Verhältnisse – früh am nächsten Morgen (und dem letzten vollen Contag) machten wir heiter weiter. Und am Samstag ging es echt so richtig rund, überall wurde gezockt, als gäbe es kein Morgen mehr. Was zumindest im Bezug auf die Convention ja mehr oder weniger stimmte. Leider fuhren auch in diesem Jahr wieder einige BesucherInnen vorzeitig ab, so dass sie nicht nur bei Spielrunden, sondern ebenfalls auf dem tollen Gruppenfoto fehlten, aber was will man machen? Für mich ging es erst einmal weiter mit dem munteren Losverkauf, der mich treppauf, treppab durch das ganze verschachtelte Gebäude führte. Nachdem ich dann diese wichtige (wenn auch etwas lästige) Aktion vorerst zu Ende gebracht hatte, vertrieb ich mir die Zeit damit, Wilhelm und Lavinia die hohe Kunst der Zauberei nahzubringen; oder kurz gesagt – ich zeigte ihnen, wie man „Magic: The Gathering“ zockt. Die von mir eigens für solche Zwecke mitgebrachten Einstiegs-Decks durften die beiden anschließend behalten. Denn jede(r) sollte die allerersten bespielten „Magic“-Karten mit nach Hause nehmen dürfen. Finde ich zumindest. Allerdings wurde meine professionelle, wenn auch vielleicht etwas oberlehrerhafte Unterweisung zwischenzeitlich von anderen herbeigeeilten „Zauberei-Professoren“ quasi gekapert, so dass ich kurzerhand den verbalen Rohrstock auspacken und für Ruhe und Ordnung in der Magierakademie sorgen musste, um meine Vorlesung sinnvoll fortführen zu können. Dafür wurde mir selbstverständlich der schwarze Peter (oder der schwarze Magier?) zugeschoben. Aber das bin ich ja schon gewohnt. 

Wild gewürfelt und taktiert wurde weiterhin bei „Dice Throne“, wo mir die Mondelfe – vor allem aufgrund der pragmatischen Tatsache, dass sie wirklich einfach spielbar ist – zwischenzeitlich sehr ans Herz gewachsen war. Einige begannen den Tag mit dem lustige Kartenspiel „Rebel Princess“ aus der Ludothek; hierbei geht es für die SpielerInnen darum, möglichst wenige Heiratsanträge von schleimigen Prinzen zu erhalten. Wer also nach dem obligatorischen rauschenden Ball noch Single ist, gewinnt das Spiel … Desweiteren wurde „Mino Dice“, nochmals „Wiz War“ sowie „Betrayal at House on the Hill“, das spaßige „Chez Geek“ („du kannst sie nicht rausschmeißen – sie wohnen hier“) und „Flip 7“ gezockt. Außerdem kam zum ersten Mal „The Witcher: Pfad des Schicksals“ auf den Tisch,; bei dem opulent aufgemachten Kartenspiel schlüpfen die SpielerInnen in einige der Rollen aus dem in den letzten Jahren ziemlich gehypten „Witcher“-Universum (wie Geralt, Yennefer, Ciri oder Rittersporn) und bauen aus ihren Handkarten Kombos, um mächtiger zu werden und die enthaltenen Geschichten zu bestehen. Wilhelm konnte sein heißgeliebtes „Slay the Spire“ am Samstag zum Glück ebenfalls noch an den Mann bzw. die Frau bringen; gemeinsam versuchten diese dann mit ihren vorher ausgewählten, sehr unterschiedlichen Charakteren samt deren speziellen Fähigkeiten, sich durch den namensgebenden Turm zu metzeln, um am Ende ganz oben den Endboss herauszufordern. Mir wurde zwar anschließend gesagt, dass es während der Con bereits einige weitere Partien dieses kurzweiligen Hack and Slay-Spiels gegeben hatte, aber tatsächlich habe ich nur diese eine mitbekommen. Zwischendurch und mittendrin erhob sich erneut der nackte Terror bei weiteren Partien von „Terrorscape“. Gegrillt wurde bei nach wie vor bestem Wetter wohl auch irgendwann.

Leider gab es an diesem Tag zwei ziemliche Abtörner, und auch die sollen im Conbericht Erwähnung finden. Denn eigentlich wollten wir ja wieder eines unserer traditionellen „Magic: The Gathering“-Tuniere abhalten, für das wir eigens Booster aus dem erst kurz vorher erschienenen, brandneuen Set „Geheimnisse von Strixhaven“ bestellt hatten. Hierbei waren wir aber schlicht zu naiv vorgegangen, denn die paar Tage nach der Veröffentlichung waren einfach viel zu kurz, als dass die Booster für unser Turnier hätten rechtzeitig geliefert werden können. Die Kartendisplays kamen dann übrigens erst Wochen (!) nach der eigentlichen Bestellung und der Convention endlich an. Das können wir besser und werden einen solchen vermeidbaren Fehler beim nächsten Mal sicher nicht mehr begehen. Kurz gesagt, das Turnier musste dummerweise ersatzlos entfallen. Am Abend sollte (nach peinlicherweise bereits zwei fehlgeschlagenen Anläufen) dann die CDLS-ABSCHLUSSPARTÄIE mit Cocktails made by Ente ablaufen; diese kleine Feier schien diesmal umso passender, weil wir uns doch vom Congebäude in Kammeltal verabschiedeten. Doch der mit Abstand wichtigste Mann – bzw. die wichtigste Ente – war am Abend plötzlich unauffindbar. Dafür gab es zwar einen triftigen Grund, den wir später noch erfahren sollten, dennoch war es wirklich schade, dass wir erneut keine leckeren Cocktails schlabbern konnten. Aber auf solche kurzfristig eingetretenen Unwägbarkeiten ist man leider sowohl als ConbesucherIn wie auch als Organisator nicht wirklich vorbereitet und kann dann nur gute Miene zum „bösen Spiel“ machen. Und damit zurück zum eigentlichen Thema, nämlich den Spielen am Samstag; super Überleitung, oder?

Am frühen Nachmittag versammelten sich alle TeilnehmerInnen (bzw. zumindest jene, die vor Ort waren, denn es fehlten am Ende trotz Ankündigung auf unserer Con-Aushangtafel mindestens sechs Personen auf dem Bild) hinter dem Haus, um sich dort mit dem Seelenfänger-Apparat verewigen zu lassen. Eine schöne Erinnerung an die gemeinsame Zeit, finde ich zumindest. Das sollten wir definitiv wieder öfter machen. Später dann ging es ans Eingemachte, nämlich die CDLS Spiele-Tombola. Diese lief gewohnt routiniert mit allen Anwesenden im großen Gruppenraum über die Bühne und so manch einer durfte sich hierbei über einen schönen Preis für kleines Geld freuen. Aufgrund der Abwesenheit unserer blonden Tombola-Glücksfee Julia wurde kurzentschlossen Spielefüchsin Petra zu dieser überaus ehrenvollen Aufgabe verdonnert. Gleich im Anschluss wurden die drei Erstplatzierten und somit aktuelle Weltmeister des „Kampf der Giganten“-Turniers unter (wohlverdienten) tosenden Applausstürmen geehrt und durften ihre Medaillen in Empfang nehmen, die ihren Ruhm für alle Zeiten gülden am Horizont (oder aufgehängt an irgendeiner Wand) erstrahlen lassen. David konnte – trotz einer vorher leider missverständlichen Kommunikation mit mir als eigentlich vorgesehenem Auktionator – seine Originalillustration des vergangenen CON DER LANGEN SCHATTEN an den Mann bringen, worüber sich der neue Besitzer Wilhelm freuen durfte.

Auch am Samstag wurden fleißig Rollenspielrunden abgehalten; nicht, dass hier womöglich ein falscher Eindruck entsteht, diese wären aufgrund der anderen Aktivitäten einfach unter den Tisch gefallen. Aber nein, es stand u. a. „Eat the Reich“ auf dem Programm, eine weitere „Savage Worlds“-, „Everyone is John“-, sowie „Imperium Maledictum“-Partie, und nicht zuletzt fanden wir die Zeit, uns in lockerer Runde zusammenzusetzen, um uns entspannt über Rollenspiel-Theorie zu unterhalten. Im Verlauf des Tages schauten mal wieder Special Guest Tim sowie Andreas vorbei, die auf der CDLS immer gern gesehene Gäste sind und die Veranstaltung trotz relativ kurzer Anwesenheit definitiv stets bereichern. Tim ist in der Rollenspielszene durch seine Mitarbeit an z. B. „Degenesis“ oder „Opus Anima“ und als Herausgeber der deutschen Ausgabe von „Unknown Armies“ bekannt. Und an diesem Abend fand nach laaanger Zeit erstmals wieder eine kleine Bemalaktion von Spielfiguren statt, die sich Petra im Vorfeld gewünscht hatte. Gleichzeitig stellte David sein Abschiedsgeschenk für die Con-Orga fertig, das aus einer Zeichnung auf einem Stück Holzrinde bestand. Und so waren dann wirklich alle bis in den späten Abend hinein vollauf beschäftigt. Oh, und das Filmchen „Helden in Turnschuhen“ aus meinen frühen (oder besser frühesten) Fandomtagen entfiel ebenfalls. Einerseits, weil wirklich alle ConteilnehmerInnen ordentlich zu tun hatten, und andererseits, weil das ja eigentlich irgendwie schon gelebte CDLS-Tradition ist. Ich für meinen Teil verkroch mich relativ früh in die Heia, war ich doch nach den vielen verspielten, dennoch kräftezehrenden langen Stunden rechtschaffen müde und mir mehr als bewusst, dass am nächsten Tag die große (und wenig beliebte) Aufräum- und Putzaktion noch vor uns lag.

Entsprechend begeistert kroch ich am Sonntagmorgen aus den Federn, aber ein Humpen Kaffee machte wie üblich alles gleich sehr viel besser. Wir hatten uns fest vorgenommen, uns trotz der wie üblich herrschenden Aufbruchshektik möglichst nicht stressen zu lassen, was uns in weiten Teilen auch ganz gut gelang. Und an diesem Sonntag geschah es dann auch, dass es fast zu einem skandalösen Katergate-Skandal gekommen wäre. Sie wollen mehr wissen? Diese Geschichte erzähle ich vielleicht mal unter vier Augen. Jedenfalls zeigte mir die Anekdote mal wieder höchst beeindruckend, dass es auf einer Convention echt nichts gibt, was es nicht gibt … Nach dem Frühstück gönnte ich mir eine letzte Runde „Dice Throne“, während anderswo ein weiteres Mal „Jagged Alliance“ sowie „Rebel Princess“ und erstmalig „Mausritter“ gespielt wurde. Aber nach und nach verließen unsere Gäste nun eben doch die Convention, so dass auch wir schließlich damit begannen, das gesamte Material zu packen und das Gebäude erneut in einen vorzeigbaren Zustand zu bringen.

 

Wie ich eben entsetzt feststellen muss, ist der CDLS-Conbericht nun halt doch wieder sehr viel ausschweifender geworden als anfangs angedacht. Aber was kann ich denn dafür, wenn so viel los war? Und ihr kennt ja meine Einstellung zu dem Thema (und anderen): „Ich will nicht, dass man mir vergibt. Ich will, dass man mich dafür liebt!“

Mein Fazit: Das schöne Sonnenwetter sorgte fast durchgängig für gute Laune und erleichterte die Organisation enorm. Es war also eine sehr gute Entscheidung, die Veranstaltung zurück ins Frühjahr zu verlegen. Entsprechend oft saßen die TeilnehmerInnen im Freien, spielten und/oder grillten, tranken das eine oder andere Bierchen (oder antialkoholische Getränke) und ließen sich die Sonne auf den (bleichen) Pelz brennen. Wenn wir uns also ab dem Frühjahr 2027 alljährlich erneut im großartig-bewährten Übernachtungshaus in Veitsweiler zum CON DER LANGEN SCHATTEN einfinden, wird die Stimmung hoffentlich sogar noch besser. Es hatte schon seinen Grund, warum die allerersten CDLS dort stattgefunden haben. Aber wenn ihr mit dabei wart, dann wisst ihr ohnehin schon Bescheid, und falls nicht … freut euch einfach darauf. Ach ja: Die CDLS findet dann vom 21. bis 25. April statt und so langsam wird es „fishy“. Ihr wisst ja, was ich damit meine. Daher meldet euch lieber noch schnellstmöglich an, sofern ihr das nicht bereits getan haben solltet: 

Wir freuen uns jedenfalls schon jetzt auf die Con und lange, gemeinsam verspielte Stunden.

Fotos von Christoph, David und Jean-Paul.